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Die Erweiterung der Mobilität im Berliner Untergrund
Berlin wird als Stadt immer größer und benötigt mehr U-Bahnstrecken zur besseren Anbindung innerhalb des Nahverkehrs. | Foto: Nathan Wright auf Pixabay

Die Erweiterung der Mobilität im Berliner Untergrund

16. Februar 2021

Berlin ist eine wachsende Stadt – sowohl innerstädtisch durch Nachverdichtung als auch durch Erweiterungen der Wohngebiete an den Stadträndern. Letztere brauchen eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, damit die Menschen unabhängig vom Auto mobil sein können und der Klimaschutz durch kollektive Nutzung des Nahverkehrs unterstützt wird. In dem Kontext hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für den Ausbau der U-Bahnlinie 7 eine U-Bahn-Machbarkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben. Angeregt durch die Machbarkeitsstudie sorgt der Ausbau von U-Bahnen aktuell für viel Gesprächsstoff unter den Berliner Politikern.

U-Bahn: Ja, aber nur gezielt geplant und gebaut

Die Machbarkeitsuntersuchung der Verkehrsverwaltung wurde laut der „Berliner Morgenpost“ von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) in Auftrag gegeben und soll am Dienstag durch sie bewertet werden. Das Ziel der Untersuchung sei, ob die Verlängerung der U7 in zwei Richtungen sinnvoll ist. Damit könnte die U-Bahnstrecke bis zur Heerstraße in Spandau bis zum BER-Flughafen verlängert werden.

Für die Verlängerung gibt es, laut der Untersuchung, eine gute Bewertung, denn auf der Strecke sei eine hohe Fahrgastnachfrage vorhanden und sie ermögliche zudem auch Einsparungen im Busverkehr. Auch Senatorin Günther hält die U-Bahn für ein unverzichtbares Verkehrsmittel in der Großstadt und unterstreicht: „Ein Ausbau von Linien sollte aber nur dort vorangetrieben werden, wo er wirklich sinnvoll ist.“

Zögerliche Zustimmung für eine Verlängerung

Die U7 ist eine von vielen U-Bahnen, die zur Strecken-Verlängerung zur Debatte stehen. Darunter auch der Ausbau der U3 von der Krummen Lanke zum Mexikoplatz, die U9 von Rathaus Steglitz nach Lankwitz und die U1 von der Warschauer Straße bis zum Ostkreuz.

Die Berliner SPD sprach sich für die Verlängerung der U7 aus. Auch die Berliner Grünen-Bürgermeisterkandidatin Bettina Jarasch begrüßte das neue U-Bahnprojekt. Sie vertritt die gleiche Meinung wie Senatorin Günther: "Die U-Bahn ist ein wichtiger Teil der Berliner Verkehrswende. Wo es ökologisch und ökonomisch Sinn macht, werden wir uns für den Ausbau stark machen".

Auch der infrastrukturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus Henner Schmidt plädiert für einen Ausbau zu und meint, dass dies eine gute Entscheidung sei. Doch auch andere U-Bahn-Verlängerungen müssten nun zügig angegangen werden. Auch CDU-Landeschef Kai Wegner befürwortet die Verlängerung der U7. Er mahnte aber, dass andere U-Bahnprojekte dadurch verschoben würden: „Wenn SPD und Grüne es ernst meinen, dann müssen wir zwingend auch über die Verlängerungen der Linien 8 und 6 sprechen".

In der Zustimmung und Diskussion spiegelt sich der Klimaschutz durch kollektive Nutzung bei einer fertiggestellten U-Bahn wider – aber auch der teure und klimaschädliche Bau, der erst nach 100 bis 200 Jahren sich im CO2-Austoß amortisiert hat. Dadurch will ein U-Bahnbau gut geplant sein. (kk)